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Malteser Lippstadt

„Großes hat der Herr an mir getan“

Malteser Familienwallfahrt mit 916 Pilgern nach Lourdes, Pilger voller Eindrücke zurück

13.04.2017
Insgesamt 916 Pilgerinnen und Pilger aus dem Erzbistum Paderborn waren in diesem Jahr mit den Maltesern in Lourdes. Zum traditionellen Gruppenfoto haben sie sich am Samstag vor der Rosenkranzbasilika versammelt.
Insgesamt 916 Pilgerinnen und Pilger aus dem Erzbistum Paderborn waren in diesem Jahr mit den Maltesern in Lourdes. Zum traditionellen Gruppenfoto haben sie sich am Samstag vor der Rosenkranzbasilika versammelt.
Ein besonderes Erlebnis für die Pilgerinnen und Pilger war auch in diesem Jahr die Liturgie des Palmsonntages. Nach der Palmweihe vor der Rosenkranzbasilika zog die Prozession, begleitet vom „Hosianna“-Ruf, feierlich in die unterirdische Basilika Pius X. ein. Allen voran Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB (r.). Auch Diakon Dr. Rainer Löb aus Hamm (l.) begleitete die Prozession. Gemeinsam mit vielen tausend Pilgern haben sie die internationale Messe gefeiert. Fotos: Malteser/Kaiser
Ein besonderes Erlebnis für die Pilgerinnen und Pilger war auch in diesem Jahr die Liturgie des Palmsonntages. Nach der Palmweihe vor der Rosenkranzbasilika zog die Prozession, begleitet vom „Hosianna“-Ruf, feierlich in die unterirdische Basilika Pius X. ein. Allen voran Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB (r.). Auch Diakon Dr. Rainer Löb aus Hamm (l.) begleitete die Prozession. Gemeinsam mit vielen tausend Pilgern haben sie die internationale Messe gefeiert. Fotos: Malteser/Kaiser

Erzdiözese Paderborn/Lourdes. „Großes hat der Herr an mir getan“ – unter diesem Leitspruch waren 916 Gläubige aus dem Erzbistum Paderborn vom 6. bis 12. April mit den Maltesern auf großer Pilgerfahrt in Lourdes. Die gesamte Wallfahrt über lachte die Sonne den Pilgern. Bei Temperaturen von bis zu 25 Grad und kaum einer Wolke am Himmel verbrachten sie Tage im Gebet und beim gemeinsamen Singen. Viele von ihnen waren schon öfter mit den Maltesern in Lourdes, wie beispielsweise die 101-jährige Helene Weller aus Steinebach im Westerwald. Für die älteste Teilnehmerin gehört die vorösterliche Wallfahrt seit Jahren einfach dazu. Unter den Pilgern waren auch 180 Kinder und Jugendliche, viele von ihnen Firmbewerber, und 45 Menschen mit schweren Krankheiten oder Behinderungen.

Die mittlerweile 37. vorösterliche Wallfahrt der Generationen wurde von Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB begleitet. „Das Besondere an der Malteser Lourdeswallfahrt ist das Miteinander der Gruppe, das von großer Aufmerksamkeit füreinander geprägt ist. Man spürt die verbindende Kraft des Glaubens, man spürt die Verbindung von jungen Menschen und Senioren, von gesunden Pilgern und Menschen mit Erkrankungen oder Behinderungen. Sie begegnen sich unter der Gottesmutter und wachsen als große Pilgergemeinschaft zusammen“, so der Weihbischof. Für ihn war es die erste Lourdeswallfahrt als Weihbischof. „In Lourdes ist durch viele persönliche Begegnungen und Gespräche, durch das Vertrauen in den Glauben auf Maria, eine Freude am Glauben erlebbar – diese Freude am Glauben wird mich sicher noch beschäftigen. Wir alle haben gespürt, dass der Herr wahrlich Großes an uns getan hat. Dies war das besondere Geschenk dieser Tage.“ Ein großes Lob sprach er dem Organisationsteam aus: „Die vielen Pilgerinnen und Pilger konnten sich voll Vertrauen in die Hände der Malteser begeben.“

Umfangreiche medizinische und seelsorgliche Betreuung, ein Rollstuhldienst, eine Musikgruppe und vieles mehr: Damit die Pilgerfahrt gewohnt reibungslos ablaufen konnte, waren 93 Teamer des Lourdes Pilgerdiensts mit dabei, zudem 50 Helfer des Lourdes Krankendiensts des Malteser Ordens. Organisiert wurde die Wallfahrt wieder durch den Lourdes Pilgerdienst, für den Thomas Ohm aus Dortmund als Wallfahrtsleiter sowie Franz Anton Becker aus Paderborn als Geschäftsführer verantwortlich sind. Bei der Organisation war auch das Paderborner Ehepaar Winfried und Michaela Pankoke maßgeblich involviert. Und was wäre eine Lourdeswallfahrt ohne stimmungsvolle Gesänge und Musik? Dafür war die Musikgruppe um Walter Müller aus Lichtenau zuständig. Der Lourdes Krankendienst des Malteser Ordens, der während der Wallfahrt die Menschen mit schweren Krankheiten und Behinderungen umsorgt hat, stand wieder unter Leitung von Constantin Graf Droste zu Vischering und Valerie Gräfin von Magnis. Erstmals wurden die Zugpilger auf der Hin- und Rückfahrt von einem eigenen Versorgungsteam der Malteser begleitet: Für das leibliche Wohl während der Reise war die Feldküche der Malteser in Altenbeken unter Leitung von Stefan Rüther verantwortlich.

Die Pilger aus der Erzdiözese Paderborn waren wie so oft die erste große Wallfahrergruppe am Heiligtum. Im Marienwallfahrtsort Lourdes feierten sie über Palmsonntag mehrere Gottesdienste. Zum umfangreichen Rahmenprogramm gehörten auch Andachten, Kreuzwege, Lichterprozessionen – und natürlich Besuche der Grotte von Massabielle, an der vor über 150 Jahren Bernadette Soubirous die Mutter Gottes erschienen ist.

Die internationale Messe an Palmsonntag bildet traditionell den Höhepunkt der Malteser Wallfahrt. Ein besonderes Erlebnis war die Liturgie des Palmsonntages auch für Dr. Rainer Löb aus Hamm. Erst kürzlich, am 1. April, war der Malteser Bundesarzt im Hohen Dom zu Paderborn von Erzbischof Hans-Josef Becker zum Ständigen Diakon geweiht worden. Konsequenterweise führte ihn sein erster diakonaler Weg auf die Malteser Wallfahrt. Als erster Diakon trug er bei der internationalen Messe in der unterirdischen Basilika Pius X. das Evangelium vor und bereitete den Altar. Wie es gute Tradition ist, spielten Jugendliche der Pilgergruppe aus dem Erzbistum Paderborn während der Zeremonie die Passion Christi nach.

Mit einer stimmungsvollen Lichterprozession im heiligen Bezirk klang der letzte Abend in Lourdes aus. Und so reihten sich die Pilger aus dem Erzbistum Paderborn ein in die Pilgerschar von hunderten Menschen aus vielen Nationen – singend, betend und mit einer Kerze in der Hand. Der Pilgerzug machte auf dem Rückweg noch einen Halt in Köln, wo die Wallfahrer im Dom den letzten großen gemeinsamen Gottesdienst feierten. Mit nach Hause nehmen sie ebenso genügend Wasser von der Quelle an der Grotte, wo Bernadette Soubirous die Mutter Gottes erschienen ist, wie auch viele Eindrücke und Glaubenserlebnisse. Ein kleines Päckchen mit Sonnenblumenkernen bekamen alle Pilger von der Malteser Jugend überreicht, damit etwas Wunderbares wachsen kann, das während der Pilgerfahrt seinen Anfang nahm.

Medizinisch waren die Pilgerinnen und Pilger wieder in besten Händen. Das erfahrene und hervorragend aufeinander eingespielte Team musste nur leichte Erkrankungen und Verletzungen behandeln. „Kreislaufprobleme aufgrund von Flüssigkeitsmangel, Bagatellerkrankungen wie Husten, Schnupfen, Halsschmerzen, umgeknickte Füße und Sprunggelenke oder Nasenbluten haben wir behandelt – jedoch musste kein Pilger ins Krankenhaus eingeliefert werden“, berichtet der ärztliche Leiter der Wallfahrt, Malteser Diözesanarzt Albert Bosserhoff aus Steinheim.

Außergewöhnlich früh war die Pilgerfahrt in diesem Jahr ausgebucht: Schon Ende Januar standen über 100 Interessierte auf der Warteliste. In der Folge haben die Malteser alle Hebel in Bewegung gesetzt, um möglichst viele Pilger mit nach Lourdes nehmen zu können. Und so war der Sonderzug, mit dem die Pilger reisten, mit über 650 Personen bis auf den letzten Platz belegt. Neben einem Charterflug (190 Pilger) reisten 30 Menschen mit einem Linienflug an, über 30 weitere machten sich mit einem Bus auf den Weg. Mehr als fünf Millionen Menschen pilgern Jahr für Jahr nach Lourdes, dem größten europäischen Wallfahrtsort. Im Jahre 2008 haben die Malteser die Organisation der Familienwallfahrt im Erzbistum Paderborn übernommen.

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